Unteralpfen bei Albbruck
Vereinsexkursion vom 17. April 2004



Karte



Unteralpfen ist bei den Mineraliensammlern bekannt durch seine blutroten Karneole. In Drusen der achatartig hell-bis dunkelrot gebänderten Karneole können weisse Quarzkristalle, manchmal aber auch Amethyst aufreten. Die für den Sammler interessanten Stücke kommen im sogenannten Karneolhorizont zwischen dem unteren und oberen Buntsandstein vor. Der untere Buntsandstein eignete sich sehr gut zur Herstellung von Mühlrädern und wurde für diesen Zweck auch bei Waldshut, Albbruck, Dogern und an anderen Stellen abgebaut. In den hier befindlichen Steinbrüchen wurden aus den Sandsteinbänken aber hauptsächlich Steinquader für Bauzwecke gewonnen. So wurde der Dom von St. Blasien mit seiner grossen Kuppel aus diesen Steinen errichtet, auch die Kirche von Unteralpfen besteht aus Sandstein von diesem Ort.

  Heute sind die Steinbrüche verfallen, mit Wald bewachsen und im Gelände sind nur noch tiefe Pingen und breite Gräben zu erkennen. Der Sturm "Lothar" wütete hier besonders heftig und legte im Bereich der früheren Abbaue praktisch alle Bäume um. Die Grundbesitzer sind bis heute damit beschäftigt, das (inzwischen vom Borkenkäfer befallene) Holz zu bergen. "Lothar" richtete einen so grossen Flurschaden an, dass die Tätigkeiten einiger Sammler hier eigentlich nicht sonderlich auffallen. Trotzdem wurde aber der Ordnung halber der Grundbesitzer, Herr Hässig, vor der Exkursion um Sammel- und Graberlaubnis angefragt. Diese wurde uns auch freundlicherweise ohne Weiteres erteilt, vielen Dank noch einmal. So konnte es also mit bestem Gewissen mit dem Klopfen und Graben losgehen.  
  Werni war der erste vor Ort. Er hatte nicht nur einen Sonnenschrim mitgebracht, sondern auch einen Grill, Brot, Würste, Wein, Bier, Cola, Fanta, Mineralwasser, Kaffee, Kuchen und Vieles mehr. Werni hat hier die reinste Ausflugsbeiz aufgebaut. Grossen Dank für diesen Service! Damit die Örtlichkeit auch von Allen gefunden wird, fungierte Vally als "Platzanweiserin" beim Parkplatz.  
       
       
     
Bald wurde der Wald, und hier natürlich hauptsächlich die besonders höffigen Bereiche, von rund 25 Mitgliedern erstürmt. Erstaunt stellten wir fest, dass ein einheimischer Sammler in den letzten Monaten einen Stollen vorgetrieben hatte, der inzwischen rund 10 Meter tief ist. Ein Bergmann dürfte den Ausbau in dem brüchigen Gestein aber nicht begutachten und die Mitglieder wurden davor gewarnt, dieses potentielle Grab zu betreten! Einzig zur Fotodokumentation wurde das "Werk" kurzfristig befahren.

 
 
    Vally durchsucht die Abraumhalde.
Manche buddelten alleine oder gemeinsam,
einige Aussenseiter sammelten weiter weg vom "Rudel".
 
Trotz der harten Arbeit war die Freude gross beim Fund eines guten Stücks.  
Dann glühten die Kohlen, der Grill konnte beschickt werden und bald waren die Claims vorübergehend verlassen. Küchenchef Werni konnte sich in der Mittagspause des Ansturms kaum erwehren und hatte alle Hände voll zu tun.  
 
     
Danach ging es mit neuen Kräften weiter. Felix, "der Glückliche" fand bei "Minus 80 Zentimetern" eine Schicht mit schönen breiten Karneolbändern von guter Farbe, manchmal mit kleinen Quarzdrusen. Er füllte nach und nach einen ganzen Eimer voll mit Stücken bis 25x15 cm Grösse.

Ausdauer und harte Arbeit werden also doch belohnt.
 

Es wäre eine tolle, rundum gelungene Exkursion gewesen, wäre da nicht ein Wermutstropfen: Vally hat sich während der Exkursion im Brombeergestrüpp verfangen und war gestürzt. Tapfer hat sie sich unter grossen Schmerzen und mit der Unterstützung von Karin zum Auto geschleppt, im Spital wurde dann ein Beinbruch diagnostiziert - sehr schade - auch für Werni, der diesen Trip doch bestens organisiert hatte. Er musste Unteralpfen nun vorzeitig verlassen und seine verletzte Frau zum Arzt bringen. Von hier die besten Genesungswünsche an Vally.

Die Anderen blieben aber auch nicht mehr allzu lange. Zuhause angekommen wurde dann nach dem Leeren der Rucksäcke festgestellt: Es steht viel Arbeit bevor: Waschen, sägen, schleifen und polieren.



In der Folge einige Bilder der gesammelten Stücke, die bereits fertig sind.