Bericht über die internationale Morgestraich-Exkursion 2003
 

 

   

Auch in diesem Jahr kam pünktlich um 04.00 Uhr in Basel der Befehl: Morgestraich - marsch. Aber da gab es Einige, die sich um diese Zeit nochmals im Bett umdrehten, denn für sie galt erst etwas später: IN DIE CLARA- MARSCH! Werni Döbelin hatte auch am 10.03.2003 alle Interessierten zum Parkplatz Eglisee bestellt, um traditionsgemäss zur Aufbereitung der Grube Clara zu fahren. Diese Exkursion entwickelt sich allmählich zu einem internationalen Anlass, waren doch diesmal nicht nur einige "Sympathisanten aus dem benachbarten Ausland" (aus dem Badnerland) anwesend - nein - auch aus dem nahegelegenen Elsass hatten sich in diesem Jahr Steineklopfer angeschlossen! Bei wolkenlosem Himmel und rekordverdächtigen Temperaturen ging die Fahrt wie immer über Freiburg-Waldkirch-Elzach-Hausach nach Wolfach. Der Schnee hatte sich weit auf die Höhen zurückgezogen, auf den "Kandel", aufs "Braunhörnle", den "Gschasikopf" und auf den "Rohrhardsberg". Demnach konnte die Anfahrt nach Wolfach reibungslos und ohne Schneeketten erfolgen. Gegen 09.00 Uhr wurden die Autos vor den Betriebsgebäuden geparkt und die Gebühr für die Sammelerlaubnis ( 5 Euro) bezahlt. Diese Summe wurde freundlicherweise von der SVSM Basel übernommen. Die anwesenden Mitglieder bedanken sich an dieser Stelle bestens.

Auf den Halden gab's diesmal also keinen Schnee und kein Eis. Kein kalter Wind veranlasste uns, die Mützen über die Ohren zu ziehen, im Gegenteil: Der Pullover unter dem Overall war bald einmal zu viel des Guten.

                                                                       

 
Bei der Anfahrt war schon von Weitem zu erkennen: riesige Berge an Material, die Halden waren höher als je zuvor. Da muss der Kofferraum ja voll werden! Aber, nach genauem Hinsehen war das geförderte Material eher uninteressant. Es fehlten vor Allem die blauen und grünen Sekundärmineralien. In der Hoffnung, doch noch den Superfund zu tätigen, rückte man den grossen Brocken mit schwerem Werkzeug zu Leibe. Zum Beispiel der Werni: unermüdlich zertrümmerte er mit dem Schlägel die grossen Blöcke. Die Firma Sachtleben freute sich bestimmt, dass der Brecher geschont wurde.

  

                                                      

Der Claudio erklomm die höchsten Hügel, denn dort, wo   Leute mit Spazierstock nicht hinkommen, gibt's doch die besten Fundmöglichkeiten, oder nicht?

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Dann gab es Leute, die kleine Löcher buddelten, 
 
andere konnten ihre Kraft nicht bremsen und schaufelten grössere Gruben.





 Die grössten Löcher schaufelte natürlich der Radlader. Wenn der eine Ladung weggeholt hatte, war das interessanter als die Lastwagen, die an diesem Tag praktisch nur derben Baryt und Barytsand anlieferten.

 

Man kennt das ja eigentlich aus der Clara: immer wenn ein Laster kommt, finden sich die Sammler hinter dem kippenden Fahrzeug wie die Hühner, wenn's frische Körner gibt. Nicht so am 10. März. Praktisch Keiner interessierte sich für die neuen Lieferungen und die Lastwagen hatten freie Fahrt.
Aber die "Morgestraichmuffel" liessen die Köpfe nicht hängen, sie nahmen sämtliche Hänge unter die Lupe, klopften unermüdlich, und fanden auch die eine oder andere Kleinstufe.

     

 


Galenit, Bildbreite 4 mm



Diese wurde dann beim Rucksackdepot gleich einmal mit der Lupe untersucht und begutachtet

 

                                                    

Nebenbei wurde natürlich gefachsimpelt und auch der inzwischen knurrende Magen wurde ruhig gestellt.
Zu aller Überraschung offerierten Gerard und Madeleine Schnebelen aus dem Elsass mitten zwischen den Aufbereitungshalden einen köstlichen Kuchen und Kaffee. Vielen Dank!   

                                      
Vally hatte anscheinend schon öfters neben den Meissel gezielt. Wohl aus diesem Grund hatte sie "Spezialwerkzeug" zum Formatisieren dabei: Mit einer eigens hierfür geschmiedeten Eisenzange wurde der Meissel festgehalten.


                                                 

Nach 15 Uhr waren alle Funde verpackt und in den Rucksäcken verschwunden. In Oberwolfach gab es dann in einem gepflegten Restaurant noch einmal Kaffe und Kuchen, bevor man sich, so gestärkt, auf den Rückweg nach Basel machte.

Fazit:
Wir haben nichts gefunden, was wir nicht schon zuhause in der Sammlung hätten. Dafür wurde an diesem Tag und an den Tagen davor einfach auf der für uns falschen Sohle gefördert. Mit Geduld und Muskelkraft konnten aber dennoch hübsche Kleinigkeiten eingepackt werden. Die Fotos beweisen: Aus der Clara geht man/frau auch bei schlechteren Fundmöglichkeiten nie mit einem leeren Rucksack weg. Nicht zuletzt durch das herrliche Frühlingswetter wurde die diesjährige Morgestraichexkursion zu einem erfolgreichen Auftakt in die neue Sammelsaison.


Azuritkugel,
Durchmesser ca 8mm


Nahaufnahme davon,
50-fach unter dem Biokular
Fluorit, mit Brauneisen überzogen, auf Quarz, Kantenlänge des Würfels 4 mm
 Malachit,
Grösse des Aggregats ca 8 mm 


 Mimetesit, Kristalllänge 2 mm

 

 Sieht aus wie Silberlocken, gell? Schön wärs....Karin hat die Drähte gefunden, vom harten Quarz abgeschürft von der Schaufel des Frontladers...:-((