Kugeln schleifen - Teil 2
 


eine weitere Möglichkeit, Kugeln zu schleifen.........................

 

Nachdem wir mit den selbst angefertigten Schleifrädern schon recht gute Ergebnisse erzielen konnten, habe ich mich umgehört und umgesehen, wie andere Hobbyschleifer Kugeln schleifen. Dabei bin ich auf eine weitere Möglichkeit gestossen: Schleiftöpfe aus Wasserleitungsrohren. Kaum zu glauben, aber lesen Sie weiter:

Voraussetzung:
Man hat eine Planschleifmaschine zum Schleifen von Steinscheiben.


Bauanleitung:
Man nehme oder kaufe sich ein Wasserleitungsrohr, Durchmesser ca 1 Zoll - je nachdem, wie gross die Kugeln werden sollen. . Davon werden mit einer Metallsäge Stücke von ca. 5 cm Länge abgesägt. Dann nehme man einen Besenstiel aus Holz, der genau in das Rohr passt und auf eine Länge von ca. 4 cm abgesägt wird. Das Holz wird in das Rohr hinein geschoben und mit Zweikomponentenkleber fixiert. Oben auf den Stiel kann man auch noch einen Filzrest einkleben. Danach wird die Bodenplatte aus Metall aufgeklebt. Genau zentriert wird anschliesend eine Sechskantschraube von unten auf die Bodenplatte geklebt. (ebenfalls mit Zweikomponentenkleber, z.B . Araldit). Besser und stabiler ist es allerdings, die Metall-Bauteile durch Schweissen miteinander zu verbinden. (natürlich nicht das Holz ;-))

die Bestandteile

Für die Schleifgänge benötigen Sie jeweils 2 Schleiftöpfe.

Der Schleiftopf  

Ein Schleiftopf wird nun in die Bohrung der Planschleifmaschine geschraubt, der andere auf eine Bohrmaschine. In den Topf der Planschleifmaschine gibt man für den ersten Schleifgang zunächst Silizium-Karbid der Körnung 80 hinein und befeuchtet es mit Wasser. Die Steine werden zuvor wie gehabt formatisiert: zuerst wird ein Würfel gesägt, danach die Ecken und Kanten gebrochen und auf dem Diamantrad grob gerundet (siehe erster Beitrag:" Kugelschleifen"). Die rohe Kugel, oder das was es einmal werden soll, legt man auf den horizontalen Schleiftopf. Anschliessend wird die Bohrmaschine mit dem anderen Schleiftopf von oben darauf gesetzt. Dann wird der Motor der Horizontalscheibe gestartet. Der Schleiftopf an der der Bohrmaschine wird ganz leicht aufgesetzt - und wichtig: schräg gehalten. Sie muss langsam in der entgegengesetzten Richtung der Schleifscheibe drehen. Wenn sich der Stein "festfrisst", muss der Druck der Bohrmaschine nachlassen und gleichzeitig wird der Aufsetzwinkel etwas verändert, damit sich die Kugel schön drehen und "überschlagen" kann.

schleifen:
die Bohrmaschine immer schräg halten

die Kugel wird von Zeit zu Zeit mit einem Zerstäuber befeuchtet.
 
Kugeln nach dem Vorschliff mit 80er Korn

Sie benötigen pro Korngrösse je ein Paar solcher Schleiftöpfe: eines mit 80er- Körnung für den Grobschliff, eventuell noch Korn 220, dann 400er-Korn, 800er-Korn und zum Schluss eines mit Polierpulver. Die Politur kann auch auf einem Filzrad erfolgen. Mit dieser Methode brauchen Sie nicht das Augenmass wie bei den Schleifrädern des ersten Beitrages: die Kugeln werden von sich aus absolut rund!

 

Das Rohmaterial nach den einzelnen Arbeitsschritten:

Die fertigen Kugeln
So können sich auch diese Ergebnisse sehen lassen, oder nicht?

 


theorethisch könnte man mit den Ergebnissen auch Billiard spielen ;-).

Der Klick auf dieses Bild zeigt Ihnen die Fundorte der Rohsteine.