Kugeln schleifen - nicht nur eine Sache für Profis!
 


eine einfache Bauanleitung für Schleifräder zum Kugeln schleifen.

 

Voraussetzung:
Man hat bereits eine Schleifmaschine mit Schleifrädern, um kleine Flächen, Anhänger oder Cabouchons zu schleifen. Auf dem Markt sind solche Maschinen zum Beispiel erhältlich bei Siber+Siber (Aathal/ZH), Homberg und Brusius (Kirschweiler bei Idar-Oberstein/De) oder Hamag (Buchloe/Bayern/De). Profi-Schleifräder zum Anfertigen von Kugeln sind allerdings für den Hobby-Einsatz viel zu teuer, wenn man nur einige wenige Kugeln von selbst gefundenen Steinen für die eigene Sammlung anfertigen will - ganz zu schweigen von professionellen Kugelschleifmaschinen.

Deshalb habe ich mir eine günstige Lösung ausgedacht, die auch funktioniert: selbst angefertigte Schleifräder.

Bauanleitung:
Man nehme oder kaufe sich Reste einer Küchen-Arbeitsplatte, die aus einer Spanplatte besteht und ca. 5 cm dick ist. Daraus wird mit einer Stichsäge eine runde Scheibe ausgeschnitten, die vom Durchmesser her auf die Schleifmaschine passt. In diese Scheibe wird exakt zentriert ein Loch gebohrt, welches vom Durchmesser her auf die Welle der Schleifmaschine passt.

das rohe Schleifrad

Anschliessend wird das Rad auf die Welle der Schleifmaschine aufgesetzt und quasi wie auf einer Drehbank abgefräst, bis es ohne zu schlagen richtig schön rund läuft. Danach wird die Spanplatte konkav eingefräst. Die Form entspricht mehr oder weniger einer Halbkugel. Ich verwende dazu einen Stechbeitel und anschliessend für die Feinarbeit eine halbrunde Holzfeile.

Abrichten und Formen der Scheibe  

Danach nimmt man das Rad von der Maschine. Nun gilt es, das Schleifmittel (Silizium-Karbid) aufzutragen. Zunächst habe ich Lederfett als Bindemittel verwendet, in die Hohlkehle des Rades aufgetragen und danach Schleifpulver "einmassiert". Es geht, das Fett und das Pulver dringen recht gut in die poröse Spanplatte ein. Das ist ein alter Trick, den ich von einem alten Profi-Schleifer erhalten habe. Ich habe aber festgestellt, dass es noch besser ist, das Schleifpulver mit einem Zweikomponentenkleber (z.B. Araldit) zu vermischen und auf das Schleifrad aufzutragen.

Auftragen des Schleifkorn-Klebergemisches
 

Erfahrungsgemäss brauchen Sie vier solche Schleifräder: eines mit 80er- Körnung für den Grobschliff, dann 400er-Korn, 800er-Korn und zum Schluss eines mit Polierpulver.

Jetzt könnte es eigentlich losgehen mit dem Kugelschleifen, aber: aus einem unförmigen Stein Unmengen an Material wegzuschleifen: das geht zu lange. Deshalb wird der Stein mit der Diamantsäge einigermassen in Form geschnitten. Zunächst wird ein Quader angefertigt, der dann in Würfel zersägt wird oder man schneidet gleich einen Würfel. Danach werden die Ecken und Kanten abgeschnitten:

   
 

Nach einem groben Rundschliff auf dem Diamantschleifrad kann es dann tatsächlich losgehen:
Formschliff mit Körnung 80, dann wie oben beschrieben Korn 400, anschliessend 800 und zuletzt die Politur.


Kugelschleifen
.............................. und die Kugel immer schön drehen...
  ...

Das Ergebnis kann sich aber schon einmal sehen lassen, oder nicht?

Karin hat zunächst einmal mit Fluorit gearbeitet,
der vergleichsweise weich ist.
Ob sie mit Siliziumkarbid-Beschichtung auch bei Jaspis die Geduld aufbringen wird? Oder muss ich demnächst einmal Diamantpulver organisieren??????

die fertigen Fluoritkugeln
links: Fluorit vom Kittenrain/Regensburg,
rechts: von Valzergues/ Departement Aveyron/Fr.