Fossilienexkursion Hornussen

Samstag 11.04.2009

In den Morgenstunden gegen 10 Uhr trafen wir beim Öschenbrunnenhof ein. Wir waren um die zwölf Personen. Der Bauer, Herr Brack, hatte zuvor den Aufschluss in seinem Feld erstellt.



Bild: Die Fundstelle beim Öschenbrunnenhof


In der obersten Schicht - direkt unter dem Humus - waren Schwämme zu finden, leider waren es meist nur Fragmente. Auf den Oberflächen dieser Bruchstücke war die Schwammstruktur ausserordentlich gut erhalten, sodass man auch diesen Beachtung schenken musste. Mindestens von jeder Schwammart sollte man sich ein Muster mitnehmen. Mit etwas Glück konnte man auch kleine, komplett erhaltene Exemplare finden. Jürg Dreier hatte das Glück und fand direkt beim Einstieg in die Grube einen wunderschönen Perisphinctes-Ammoniten, der aus dieser Schicht stammte.

fleissige Sammler

Der Mergelkalk war hellgrau und wulstig. Dabei handelte es sich um die Birmenstorfer-Schichten. Sie befinden sich im mittleren Oxfordien, also im Malm und weisen ein Alter von schätzungsweise 155 Millionen Jahre auf.
Die darunterliegende Schicht war mürbe. Dabei musste es sich um das untere Oxfordien handeln, um den geringmächtigen Kondensationshorizont, der ein eisenoolithischer Mergelkalk war. Darin war der Ammonit Cardioceras kräftig vertreten. Diese Schicht liegt noch im Malm, aber an der Grenze zum Dogger und weist ein Alter zwischen 155 bis 157 Millionen Jahren auf.

Darunter lag ein eisenoolithischer Kalk, der eher weniger Fossilien enthielt und mächtiger war. Darin wurden eher die grösseren Ammoniten gefunden. Dabei musste es sich um die Anceps-Athleta-Schichten handeln. Diese Schicht liegt schon im Dogger und ist ca. 157 bis 160 Millionen Jahre alt.
Dabei muss man hochachtungsvoll beachten, dass das eine interessante Stelle ist, der Übergang vom Dogger (Brauner Jura) zum Malm (Weisser Jura).

  präsidialer Einsatz

Wir klopften und gruben fleissig. Einige arbeiteten in der Grube, andere zerklopften herumliegende Steine. Alle hatten reichlich Erfolg. Es wurden schöne Ammoniten gefunden. Einer unserer Vereinsmitglieder fand eine mittelgrosse Schnecke in Steinkernerhaltung. Diese stand noch wunderschön im Gesteinshohlraum. Hansjörg Pedrazzi, dem Schneckensammler gefiel diese Schnecke unheimlich gut. Er sagte, "Die ist gleich, wie die Schnecken, die Claudio Ulitin aus Italien mitbrachte". Immer wieder waren Freudeschreie zu hören wie "Ach der schöne Ammonit!" oder "Oh die schöne Schnecke!" bis hin zum Spruch "Ich habe eine Schnecke gefunden mit Weichteilerhaltung!".

Finderstolz


Hansjörg und Nesi (Christians Frau) fanden ebenfalls wunderschöne Schnecken mit Schalenerhaltung. Dasselbe Vereinsmitglied, das die Schnecke in Steinkernerhaltung fand, hatte spezielles Glück im Schneckenfinden. Diesen nannte man schliesslich den "Schnecken-Edi".

die Fundstelle Edi in Aktion

Wir waren alle am Abend beim Vereinspräsidenten Marcus Stauffer und seiner Frau Daniela zu einem "Umtrunk" eingeladen. Wir freuten uns sehr über diese freundliche Einladung von Marcus und Daniela. Der ganze Tag wurde nochmals in lustiger Art und Weise durchgegangen.

Auch das Wetter hatte sehr gut mitgespielt, die Sonne schien von morgens bis abends.


Text: Edwin Wilhelm
Fotos: Jürg Dreier