Mineraliensuche zwischen Nackedeis und Kegelrobben

Moin-Moin

Diesen Sommer ging's in den Ferien mal in Richtung Nordsee. St. Peter-Ording hiess das Ziel. Nordsee bedeutet alles flach wie eine Flunder, keine Berge die auch nur annähernd diese Bezeichnung verdient hätten. Was treibt also einen richtiger Schweizer in eine solche Gegend? Mineraliensuche? Wohl kaum! Zum Strahlen braucht es Berge, Klüfte, Seil und Haken. An der Nordsee wohl nichts von dem. Wo bitte soll ich das Seil und den Haken verwenden?
Alles
FLACH. Sand, Sand und nochmals Sand.

Nun- was gibt's dort für Alternativen, als nur Tage lang im Sand zu liegen?

Wenn wir schon mal da waren, wollten wir auch was von der Gegend sehen. Gesagt, getan! Mineralientechnisch war eher Schmalspurkost angesagt. Wenn man der Literatur glauben durfte, sollte sich in dieser Gegend Bernstein finden lassen. Dazu schreibe ich vielleicht mal in einem anderen Bericht. An einer andern Stelle wurde das Vorkommen von rotem Feuerstein auf Helgoland erwähnt. Roter Feuerstein, das tönte gut. Helgoland, wir kommen!

 

Zwei Wege führen nach Helgoland:
Per Flugzeug oder per Schiff. 150 Euro pro Person für den knapp 20 minütigen Flug war doch ein stolzer Preis. Wir wählten daher die Überfahrt per Schiff ab Büsum. 72 Euro für eine 4-köpfige Familie, das war ein fairer Preis. An Bord trafen wir noch 500 andere, meist ältere, gut gelaunte Passagiere. Leinen los! Wir stachen also in See. Beim Verlassen der Deutschen Bucht wurden die gut gelaunten geschwätzigen Mitpassagiere immer ruhiger. Der Seegang hatte zugenommen und das Bedürfnis in den Besitz einer kleinen blauen Tüte zu gelangen war bei Einigen extrem gross. Nach gut 3 1/2h Überfahrt ankerten wir vor Helgoland. Die Passagiere wurden mit Börtebooten an Land gebracht. Das letzte Börteboot landete nicht in Helgoland, sondern auf der vorgelagerten Düne, dem Fundort des roten Feuersteins.


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Bei Recherchen im Internet fand ich auf einer englischen Seite den Hinweis, dass sich dieser Fundort am FKK Strand befinden solle. Richtige Räubergeschichten waren da zu lesen.
Nun zurück zu unserem Ausflug auf die Düne. Im "Hafen" wurden wir von einem Führer des Naturschutzvereins "Jordsand" in Empfang genommen. Dieser Herr führte uns auf der Düne herrum, nach ca. 30 Minuten trafen wir am "Oststrand" auf die Seehunde- und Kegelrobbenkolonie. Oststrand und Nordstrand: diese Namen wurde auch in verschiedenen Berichten als Fundort des roten Feuersteins genannt. Wir waren also am Ziel. 170 Bilder von der Robbenkolonie geknipst, dann zog die Gruppe weiter in Richtung Fähre nach Helgoland.

Wir nicht! Wir waren nun mal da, also wollten wir auch nach diesem seltenen Feuerstein Ausschau halten. Gute 2 Stunden suchten wir den Strand nach den begehrten Steinen ab. Feuerstein findet sich zu Hauf. Schwarzer, Gelber, Brauner und ganz selten eben auch Roter. Mit ein paar kleineren und 2 grösseren Stücken traten wir die Rückreise an.



Das Ganze war ein ziemlicher Stress. Überfahrt, Robben angucken, Feuerstein suchen und wieder zurück ans Festland an einem Tag ist ein absoluter Mist. Meine Empfehlung an Nachahmer: Mindestens eine bis zwei Übernachtungen auf der Insel bieten die Möglichkeit, in aller Ruhe die begehrten Steine zu suchen.


Der gesuchte Feuerstein lässt sich am Strand der Robbenkolonie und am Nordstrand finden. Er macht sich jedoch rar. Der Südstrand liegt auf der brandungsarmen Seite der Düne und dort findet man keine Feuersteine. Man schafft sich keine Freunde, wenn man für einen Feuerstein eine ganze Robbenkolonie (150 - 500 Tiere) aufscheucht, nur um einen "Roten" in den Händen zu halten.
Sollte es mal jemanden in diese Gegend verschlagen, ist ein Besuch der Düne trotzdem äusserst empfehlenswert.
Ich wünsche viel Spass.


wyssu