Strahlen an der Birchlaui April 2010 / BF

Am 27. April 2003 wanderte ich mit meiner Partnerin Edith Grossen im Gadmertal gegenüber der Trift, Richtung Tällihütte, um mit dem Feldstecher die Verhältnisse auf dem Weg zur Windegg zu beurteilen. Wir zogen die Wanderung über die geteerte Strasse vor, welche sich etwas weiter zog als der übliche Wanderweg.

Kaum fünf Minuten unterwegs sah ich am Strassenrand eine Kreuzotter, die sich von der Morgensonne aufwärmen liess. Da sie uns kaum beachtete konnte ich in aller Ruhe einige Fotos schiessen. Nach gut eineinhalb Stunden konnten wir zwar mit dem Feldstecher ins Triffttal Einblick nehmen, jedoch musste ich erkennen, dass im Moment noch zu viel Schnee lag um zu Strahlen. Etwas Geduld musste ich schon noch aufbringen.

   

 

Während ich die Berglandschaft betrachtete fiel mir auf, dass in diesem Gebiet auch Granit vorkommt, welcher auf mögliche Klüfte hinwies. Vor allem ein grösserer Granitblock fiel mir ins Auge, welcher Vorbote für ein Quarzband sein könnte. Bevor wir meine Vermutung genauer prüfen konnten, gönnten wir uns eine kleine Pause und stärkten uns mit einem kleinen Lunch. Das Wetter zeigte sich an diesem Tag leider von der bewölkten Seite und ein kalter Wind bliess uns entgegen. Aufgrund dessen begaben wir uns nach einer kurzen Rast zur vorher entdeckten Stelle. Ich musste viele Grasbüschel und Wurzeln wegräumen, doch es sah gut aus und ein schönes Stüfchen Quarz und Albit kamen zum Vorschein.

Jene Stelle die ich bearbeitete war rund sieben Meter hoch, was das Stehen am Fels etwas mühsam machte. Diverse weitere Stufen konnte ich noch aus der Kluft bergen, welche jedoch sehr stark mit kleinen Wurzeln verschmutzt waren. Da sich das Wetter weiter verschlechterte beendete ich die Arbeit am Fels und wir traten den Heimweg Richtung Tal an.
 
   
Eine Woche später - an diesem Tag waren die Wetterverhältnisse besser, besuchte ich mit Lukas Wetter nochmals die gleiche Kluft. Diesmal befestigten wir ein Seil, was die Arbeit an der schwierigen Stelle erleichterte. Wir konnten einige schöne Stücke bergen. Die quarz- und albithaltigen Stufen waren wiederum stark verschmutzt. Die entdeckte Kluft habe ich nie belegt, da es mir fast unwahrscheinlich erschien, dass an dieser Stelle jemand nach Kristallen suchen würde.
     
  Anlässlich einer Begehung des Tälliklettersteigs besuchte ich die Kluft erneut und stellte fest, dass sich meine Vermutung als richtig erwies. Seit meinem letzten Besuch war niemand anderer in der Kluft. Der Beweis dafür waren jene Stücke, welche Lukas und ich beim letzten Mal zurückliessen. Alle waren noch da.
Fünf Jahre später im Jahre 2008, zog es meinen Kollegen und mich ein wiederum zur Birchlaui. Trotz der Lage auf der Südseite gab es noch viel zu viel Schnee, was das Strahlen verunmöglichte. Im Gebiet der Tällihütte konnten wir noch fast einen Meter Schnee messen. Trotz dieser eher winterlichen Verhältnisse besuchten wir noch einmal die Kluft im Birchlaui.
    Fadenquarz
Mit etwas Werkzeug ausgerüstet grübelten wir ein weiteres Mal in der leeren Kluft und staunten nicht schlecht, als ich nach einer Stunde in einer versteckten Nische einen Fadenquarz von sieben Zentimetern bergen konnte. Mit diesem Fund wurde der wunderschöne Frühlingstag mit viel Schnee doch noch ein kleiner Erfolg. Doch, auch wenn wir nichts gefunden hätten, würden wir die schöne Wanderung in dieser herrlichen Umgebung in guter Erinnerung behalten

    Quarz Quarz
     
Ich möchte zum Schluss noch anfügen, dass ich in der Gegend der Kluft, anlässlich der Wanderung des Tälliklettersteigs im August 2005, sehr viele wilde Erdbeeren gesehen habe: Einfach wunderbar!