Steineschleifen - Kinderleicht  

  Wie es zu diesem Artikel kam:

Es war wieder einmal war so ein richtiger Flachland-Wintertag, grau und viel Regen. Meine Kinder wollten im Keller beim Schleifen von Steinen auch dabei sein. Rotierende Schleifscheiben sind natürlich für 3 und 5 Jährige nicht sehr geeignet. Somit musste ich mir etwas einfallen lassen. Da ich annehme, dass diese Seiten auch von Laien und Anfängern gelesen werden, habe ich beschlossen diesen Bericht zu verfassen.

Material:

Schöne Steine
Mehrere Glasplatten 6-8 mm dick oder Metallplatten
Novilonrest mit genoppter Unterseite
Sprühflasche für Wasser
Carborundum (Siliciumcarbid) Körnung 80, 120, 200, 400 und1000
Ceroxid zur Politur

Anleitung:
Die Beschaffung des Rohmaterials macht wahrscheinlich keine grosse Mühe, findet man doch praktisch auf jeder Wanderung schöne Steine. Das Schneiden dieser Steine bereitet dann schon eher Kopfzerbrechen. Falls Sie nicht stolzer Besitzer einer eigenen Steinsäge sind, so schneidet Ihnen sicher ein Steinmetz oder ein Baugeschäft gegen ein kleines Entgelt Ihre Steine auf.

Oder: kommen Sie an einem Dienstag-Abend einfach einmal in unser Klublokal, wir haben dort eine Diamatsäge und es sind praktisch immer Peronen anwesend, die Ihnen den Stein durchsägen können.

  Materialien
  Das Schleifen
 

Wenn der Stein einen sauberen Schnitt, d.h. keine Furchen hat, so können Sie direkt mit der Körnung 200 oder 400 beginnen, falls dies nicht der Fall ist, müssen Sie noch eine gröbere Körnung 80 oder 120 verwenden.

Geben Sie nun etwas Schleifpulver auf eine Glas- oder Metallplatte und feuchten dieses mit Wasser an, so dass ein nicht zu dicker Brei entsteht.


   
Bewegen Sie nun den Stein mit kreisenden Bewegungen über die Platte.
Beachten Sie bitte, dass Sie die ganze Fläche der Platte gleichmässig benutzen, da sie sonst ungleichmässig abnützt
Wenn nun eine glatte, saubere Fläche geschliffen wurde, müssen der Stein und die Hände unter fliessendem Wasser sehr gut gespült werden. Wird dies unterlassen, so wird das grobe Korn beim Schliff mit dem feineren Korn seine Spuren hinterlassen, die geschliffene Fläche wird also verkratzen.

Nun wechseln wir also auf das nächst feinere Korn und wiederholen den Schleiffvorgang wie vorhin beschreiben. Wie lange jeweils mit einer Körnung geschliffen werden muss, hängt von der Härte des gewählten Rohmaterials ab.
Sind wir dann beim feinsten Korn angelangt, spülen wir Hände und Stein wieder gut ab.
 

Die Politur

Polieren können wir eigentlich auf Filz, Spannteppich und vielen anderen Materialien.
Ich empfehle Ihnen jedoch Novilon (Bodenbelag) mit genoppter Rückseite.


Die genoppte Oberfläche hat den Vorteil, dass allfällig abfallende Gesteinskrümelchen zwischen den Noppen versinken
Auf die Oberfläche wird nun sehr sparsam Ceroxid aufgetragen, mitWasser angefeuchtet und wieder in kreisrunden Bewegungen über die gesammte Oberfäche gerieben. Mit der Zeit erscheint dann der gewünschte Glanz.

Das polierte Stück wird nochmals gut gespült, getrocknet und ... fertig.

  Noch ein Stück der Kinder.

Sie sehen also, eine Fläche schleifen ist kinderleicht.
Aber vergessen Sie bitte nicht:
Auch beim Steineschleifen hat der Spruch "Gut Ding will Weile haben", Gültigkeit.

Ich wünsche Ihnen viel Spass beim Veredeln Ihrer "Fluss-Steine"

wyssu