Drillinge - spezielle Kristallverwachsungen vom Lengenbach

 

Oft sind gerade seltenere Mineralien von der Grube Lengenbach im Binntal (Wallis) klein, manchmal sehr klein, und eine sichere Identifizierung per Auge bzw. Mikroskop ist schwierig. Die dann notwendigen Analysen beginnen in der Regel mit Untersuchungen im sogenannten Raster-Elektronenmikroskop (REM) mit der Möglichkeit einer ersten Bestimmung der chemischen Zusammensetzung. Bleiben weiterhin Fragen nach der Mineralart offen, schliessen sich röntgenografische Untersuchungen an.

Im REM offenbaren sich bei hoher Vergrösserung mitunter überraschende Kristallformen oder Verwachsungen. Ganz speziell sind Verwachsungen von Kristallen der gleichen Mineralart, die nicht zufällig in irgendeiner Richtung erfolgen, sondern bestimmten kristallografisch-gesetzmässigen Regeln folgen. Man bezeichnet solche Verwachsungen als Verzwillingungen. Handelt es sich um zwei Kristalle, die in definierter Orientierung miteinander verwachsen sind, spricht man von Zwillingen, bei dreien von Drillingen usw.
In den letzten Jahren konnte die Forschungsgemeinschaft Lengenbach (FGL) dank der Unterstützung der Portmann Instruments AG, in persona dank Herrn Peter Stark (Geschäftsführer der PIAG in Biel-Benken), REM-Untersuchungen durchführen, die zu vielfältigen Überraschungen und neuen Mineralfunden für die Grube Lengenbach geführt haben. Die beiden für den diesjährigen Börsenführer ausgewählten Beispiele zeigen zwei äusserst spezielle Drillinge - solche von Wurtzit und Quadratit.

Wenn Sie mehr über die Arbeiten der Forschungsgemeinschaft Lengenbach und das Binntal erfahren wollen, besuchen Sie uns am Stand des Vereins Freunde Lengenbach (VFL) auf der Basler Mineralienbörse.



Wurtzit-Drilling, auf Tennantit
Sammlung und REM-Foto: Philippe Roth

Quadratit-Drilling, auf Jordanit
Sammlung und REM-Foto: Thomas Raber


Silber-Funde in der Abbausaison 2013

In diesem Jahr konnten im Rahmen der Mineraliensuche durch die FGL in einer Zinkblende-Bleiglanz-Zone im nördlichen Bereich der Dolomitvererzung für die Fundstelle überraschend reiche Silber-Funde gemacht werden. Das Silber bildet zum einen feinkörnig-massive Butzen bis knapp 1 cm Durchmesser, zum anderen draht- und lockenförmige Aggregate bis etwa 3 mm.



Kammartig ausgebildetes Silber
FGL-Ausbeute 2013, REM-Foto: Raber/Roth


Lockenförmig ausgebildetes Silber
FGL-Ausbeute 2013, REM-Foto: Raber/Roth


Dr. Thomas Raber
(für die Forschungsgemeinschaft Lengenbach und den Verein Freunde Lengenbach)

Kontaktdaten Verein Freunde Lengenbach:
Karl Pfeiffer (VFL, Kassierer), Kasernenstrasse 41 A, 4410 Liestal, Schweiz
Mailadresse: pfeifka@bluewin.ch
Dr. Eva Drechsler (VFL, Präsidentin), Schiessstättengang 16, 4060 Leonding, Österreich
Mailadresse: e.drechsler@izone.at