Antimongrube Sulzburg
Exkursionsbericht vom 08. Juni 2008
 
Eigentlich war es eine Exkursion der VFMG-Ortsgruppe Bad Säckingen. Wie üblich waren auch diesmal wieder die Basler Sammlerinnen und Sammler eingeladen, mitzukommen. Einige sind ja auch gleichzeitig Mitglied in beiden befreundeten Vereinen.

Bei bedecktem Himmel trafen sich 8 Antimonitbegeisterte am Ende der Fahrstrasse in Richtung Holderpfad und Schweizergrund. Das Wetter war ganz gut so, denn der knapp einstündige Fussmarsch war deshalb nicht so schweisstreibend. Oben bei der Fundstelle angekommen, vermisste beim Graben und klopfen ebenfalls niemand die Sonne.
Karte zur Vergrösserung anklicken   Anmarsch
Kurz vor den Verhauen und Halden fanden sich einige Champignons - für eine Mahlzeit aber zu wenig.

Nach einem nur kurzen, aber steilen Anstieg wurde der Bergrücken des Wegscheiderkopfes erreicht, auf welchem erst neulich ein Holzabfuhrweg erstellt wurde. Dort lagen Gangquarzbrocken mit den ersten Spuren von Antimonit, die ausgiebig unter die Lupe genommen wurden.

Wir nehmen zur Kenntnis, dass Werni und Gerhard einen höffigen Brocken mit eher ungeeignetem Werkzeug ausgraben wollten, während die mit einem Eispickel ausgerüstete Jugend erheitert zuschaut............

Auf den Halden unterhalb der Verhaue, oberhalb des Stollens war reichlich Erz zu finden, sodass Alle zufrieden einige Funde in den Rucksäcken verstauen konnten.


Verhau auf dem Rücken des Wegscheiderkopfes




Mundloch der Antimongrube im Schweizergrund:


Zwischendurch wurden auf spartanische Art Hunger und Durst gestillt.

Nicht zum Essen geeignet sind bittersüsser Nachtschatten und die Tollkirschen, die im Haldenbereich blühten.

Gegen 13 Uhr machten wir uns auf den Heimweg, dabei hatten wir auch Augen für die Blumen, die am Wegesrand standen. Ob sich Kermesit, Valentinit, Bindheimit, Boulangerit und Anderes in den Rucksäcken befanden, das werden zuhause die näheren Untersuchungen ergeben. Alle kamen auf dem Rückweg sowieso an Fischingen vorbei. Deshalb gab's dort zum Abschluss noch einen Kaffee.
 
     
Distel Kaffee im Wintergarten Antimonit   Antimonit, angeschliffen
             

Daten zur Antimongrube im Schweizergrund:

Lage: 340382, 529893 - 340412, 529860

Gangstreichen:

130 ° , Fallen 60 ° SW, Mächtigkeit 40 cm, Länge 400 m.

Stollen:

querschlägig, insgesamt 50 m lang, davon 17 m im Gangstreichen,
vor dem Stollen liegt die Halde. Sie ist erzärmer als die Halden direkt unterhalb der Pingen.

Verhaue und Pingen:

auf dem Rücken des Wegscheiderkopfes, oberhalb des Stollens, unterhalb davon erzführende Halden.
 
Erzmineralien: Antimonit, Zinckenit, Plagionit, Boulangerit, Meneghinit, Jamesonit?, Pyrit, Bournonit, Antimonocker,
Valentinit, Bindheimit, Kermesit, ged. Schwefel.
Abbauzeiten: Mittelalter, 1721, 1780 bis 1790, Untersuchung 1938.

Quelle:

Metz, Richter, Schürenberg:
Beihefte zum geologischen Jahrbuch, Heft 29,
"Die Blei-Zink-Erzgänge des Schwarzwaldes", Hannover 1957